Die Weihnachtsgeschenke sind verteilt, der Festbraten verspeist - es ist wieder einmal Zeit für das größte Sportereignis über den Jahreswechsel: Die deutsch-österreichische Vierschanzentournee!
Bereits zum 64. Mal wird dieser prestigeträchtige Wettbewerb ausgetragen, und einmal mehr stellt sich die Frage: Wie werden die deutschen Adler abschneiden? Haben sie endlich wieder das Zeug für einen Gesamtsieg, den ersten nach Sven Hannawald 2002?
Mit dem amtierenden Weltmeister und Gesamtweltcupsieger des Vorjahres, Severin Freund, dürfte das deutsche Team ein ganz heißes Eisen im Feuer haben. Allerdings galt Freund auch in den letzten Jahren zumindest als Mitfavorit, den Erwartungen konnte er jedoch nie gerecht werden.
Wie wird es nun in diesem Jahr sein? Vermag Freund dem Erwartungsdruck standzuhalten? Er, der bei Olympia und WM bereits beweisen konnte, große Leistungen abrufen zu können, auch wenn Aller Augen auf ihn gerichtet sind, sollte doch eigentlich inzwischen für einen Erfolg bei der Tournee reif sei.
Jedoch bleiben Zweifel, Zweifel, ob er nicht ein ähnliches Schicksal zu erleiden droht, wie der vierfache Olympiasieger Simon Ammann, der trotz grandioser Erfolge bei der Vierschanzentournee nie ganz vorne landen konnte.
Unbenommen ist der Mythos Vierschanzentournee ein anderes Kaliber als WM oder Olympia: Auf vier verschiedenen Schanzen innerhalb von nur acht Tagen sind acht exzellente Sprünge abzuliefern. Nur dann hat man eine Chance, den Gesamtsieg zu erringen.
Während der vergangenen 7 Jahre durften jeweils österreichische Springer den Gesamtsieg bejubeln, zuletzt Stefan Kraft. Kann diesmal ein deutscher Springer in die rot-weiß-rote Phalanx einbrechen? - Zu wünschen wäre es den Mannen von Bundestrainer Werner Schuster!
Neben Freund sollten Richard Freitag und Andreas Wellinger die größten Chancen aus deutscher Sicht haben, aber kann Freitag tatsächlich Konstanz über 4 Springen ableisten und hat Wellinger, der trotz seiner erst 20 Jahre als Wettkampftyp gilt, seinen schweren Sturz bereits vollständig überwunden?
Nun, es bleibt abzuwarten.
Wen sollte man neben den deutschen Adlern auf dem Zettel haben?
Da ist vor allem der slowenische Vorspringer Peter Prevc zu nennen. Prevc scheint inzwischen reif für den ganz großen Coup zu sein.
Dann wären noch die Norweger, bei denen in diesem Jahr nach den Rücktritten von Bardal und Jacobsen mit Forfang und Ganges andere Springer das Sagen haben.
Und was ist mit den Österreichern?
Vorjahressieger Kraft schien noch nicht so recht in Form zu sein, bewies aber mit Rang drei bei der heutigen Qualifikation, dass er pünktlich zum Tourneestart wieder da ist.
Und auch seinem Spezi, Michael Hayböck, ist einiges zuzutrauen.
Die Jungen müssen es in diesem Jahr bei den Alpenländlern wohl richten: Der zweimalige Tourneegesamtsieger Gregor Schlierenzauer ist außer Form, Thomas Morgenstern ist zurückgetreten.
Eines ist aber klar: Wir dürfen uns auf spannenden Wettbewerbe freuen!
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