Das Finale ist erreicht: Jetzt gibt es nur noch die Hürde Russland, um den ersehnten Titel bei den heimischen Europameisterschaften zu erringen.
Aber es war ein hartes Stück Arbeit, das die deutschen Volleyballerinnen um Kapitän Margareta Kozuch beim gestrigern Halbfinalspiel gegen die schwächer eingestuften Belgierinnen vollbringen mussten. Zwischenzeitlich schien die Mission EM-Titel sogar fast zu scheitern.
Im Vorfeld des Spiels wurde den belgischen Spielerinnen lediglich eine Aussenseiterrolle zugesprochen, unterlagen sie der deutschen Mannschaft im Verlauf dieses Jahres doch schon mehrfach, und war es schließlich ihr erstes Halbfinale bei europäischen Titelkämpfen überhaupt. Aber sie traten, im Gegensatz zu den deutschen Spielerinnen, selbstbewusst und mit Freude am Spiel an und entschieden, ein wenig überraschend, die beiden ersten Sätze für sich.
Die deutschen Mädels wirkten hingegen verkrampft, zu verbissen und ohne rechte Spielfreude. Spielzüge, die im Verlauf der EM zu klaren Punkten führten, brachten keinen Erfolg, es machte sich fast schon so etwas wie Verzweifelung breit. Aber der italienische Trainer der deutschen Mannschaft, Giovanni Guidetti, fand spätestens im dritten Satz die richtigen Worte: Die deutschen Schmetterkünstelerinnen kamen an die Spielstärke und Dominanz des Viertelfinalsieges gegen Kroatien zwar nicht heran, aber sie zeigten, dass man sie nie abschreiben darf: Mit Siegeswillen und vollstem Einsatz gewannen sie den Glauben an sich selbst zurück und gewannen die Sätze 3 und 4. Nun musste der Tiebreak entscheiden. Hier packten Brinker, Beier & Co. nun ihre Winnerschläge aus, die Blockspielerinnen, allen voran Christiane Fürst, standen goldrichtig und so gewann die deutsche Mannschaft schlussendlich den entscheidenden Satz mit 15:11! - Der Jubel kannte keine Grenzen!
Nun wartet im heutigen Finalspiel mit Russland ein weiterer starker Gegner, aber Giudetti's Mädels haben einen Traum, den sie sich endlich erfüllen wollen: Den EM-Titel zu erringen!
Drücken wir ihnen daher die Daumen, dass sie sich dieses Mal, nachdem sie beim letzten EM-Finale noch als Verliererinnen die Halle verlassen mussten, als Siegerinnen in der heimischen Max-Schmeling-Halle feiern lassen können!
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